
Im ersten Quartal 2025 sind auf den Kanarischen Inseln vierzehn Menschen durch Ertrinken ums Leben gekommen, darunter ein minderjähriges Opfer. Fuerteventura blieb in den ersten drei Monaten ohne Todesopfer. Die die Zahl der Todesfälle auf den Kanaren entspricht damit der des gleichen Zeitraums im Vorjahr, wie der Verein zur Prävention von Unfällen im Wasser „Canarias 1.500km de Costas“ („Kanaren, 1.500km Küsten“) in einer Pressemitteilung bekannt gab.
Neben den vierzehn Todesopfern gab es drei Badegäste in kritischem Zustand, zwei Schwerverletzte, dreizehn mittelschwer Verletzte, sechs leicht Verletzte sowie zwei Personen, die unverletzt gerettet wurden. Insgesamt waren somit vierzig Menschen betroffen.
Besonders tragischer Fall: Polnischer Junge auf Teneriffa vermisst
Unter den Todesopfern sticht besonders der Fall von Arek hervor, einem 15jährigen polnischen Jungen, der im Februar an der Nordküste Teneriffas verschwand. Arek machte mit seiner Familie auf Teneriffa Urlaub und war mit seiner 5jährigen Cousine und den Eltern trotz einer von der kanarischen Regierung ausgerufenen Vorwarnstufe wegen schwerer See an der Küste zum Sammeln von Krebsen. Eine Welle erfasste den Jungen und seine Cousine. Der Vater sprang ins Wasser und konnte das Mädchen retten. Arek jedoch wurde von der Strömung ergriffen und ins Meer gezogen. Bisher konnte er nicht gefunden werden.
Herkunft und Altersstruktur der Todesopfer
Von den identifizierten Opfern waren zwei polnischer Nationalität, einer britischer Herkunft, drei hatten keine angegebene Nationalität, einer war spanischer Herkunft und sieben weitere konnten nicht identifiziert werden.
50 % der Todesopfer (7 Personen) waren älter als 60 Jahre, 36 % (5 Personen) waren Erwachsene mittleren Alters. Zudem gab es ein minderjähriges Opfer (7 %) sowie eine Person unbekannten Alters (7 %).
Mehrheitlich männliche Opfer und Badegäste besonders betroffen
79 % der Ertrunkenen (11 Personen) waren Männer, 21 % (3 Personen) Frauen.
Nach Aktivitäten betrachtet, waren 79 % der Todesopfer Badegäste (11 Personen), 14 % fielen in die Kategorie „keine spezifizierte Aktivität“ (2 Personen), und 7 % (1 Person) war ein Fischer.
Todesfälle nach Inseln – Fuerteventura bleibt verschont
Teneriffa verzeichnete im dritten Monat in Folge die meisten Ertrinkungstoten (5), gefolgt von Gran Canaria (4). Auf La Palma und La Gomera gab es jeweils zwei Todesfälle, auf Lanzarote einen. Keine Todesopfer wurden auf Fuerteventura, El Hierro und La Graciosa registriert.
Gefahrenorte: Strände und natürliche Pools besonders riskant
40 % der Todesfälle ereigneten sich an Stränden, 38 % in natürlichen Schwimmbecken und 22 % in Häfen oder anderen Küstenbereichen.
Die meisten Unfälle (64 %) fanden nachmittags statt, 29 % am Vormittag und 7 % zu einer nicht spezifizierten Zeit.
Warnungen missachtet – Unvorsichtigkeit als Hauptursache
Laut der Vereinigung geschahen 86 % der tödlichen Unfälle sowie 73 % der insgesamt registrierten Vorfälle an den Küsten der Kanaren während offizieller Wetterwarnungen des kanarischen Regierung aufgrund von rauen Meeresbedingungen. Diese Zahlen belegen, dass Unvorsichtigkeit die Hauptursache für diese Unfälle ist.
Appell an Eigenverantwortung und Vorsicht
Der Verein „Canarias, 1.500 km de Costas“ ruft daher eindringlich zur Eigenverantwortung und Vernunft auf, um Badeunfälle zu vermeiden. Vorbeugung sei der beste Lebensretter, so die Organisation.
Foto: Archiv
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